CDU Streifzug duch die Marbacher Kommunalpolitik„Schillerstadt Marbach und der Wein"

Marbach, 02.09.2019

Der Blick von der Aussichtsplattform oberhalb des Marbacher Krankenhauses geht von den Weinbergen, die dem Betrachter an dieser Stelle zu Füßen liegen, über den Neckar zu den Steillagen in Benningen. „Wer jetzt die Mauern in den Steillagen anschaut, wird dort Steine aus dem ehemaligen Römerkastell von Benningen finden!“ vermutet Friedrich Hammer, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Weingärtner Marbach und Umgebung. Der Weinbau in Marbach hat eine sehr lange Tradition.


CDU Streifzug - Marbach und der Wein


Die Streifzüge durch die Marbacher Kommunalpolitik haben CDU Fraktionsmitglieder und interessierte Bürger in die Weinberge geführt. Die Stadt Marbach zeigt in ihrem Stadtwappen eine Weinrebe, die Holdergassen erzählen noch heute mit ihren tiefen und großen Kellern vom Wein als Wirtschaftsfaktor für Marbach über viele Jahrhunderte, „Wein und Literatur“ ist im Tourismuskonzept der Stadt ein fester Bestandteil. Die Weinberge in Hanglage und in den Steillagen prägen das Landschaftsbild von Marbach und das der umliegenden Kommunen.


„Um das Jahr 1200 gab es einen Aufschwung des Weinanbaus in unserer Region und darüber hinaus. Verschiedene Faktoren kamen zusammen. Zum einen gab es eine „kleine Warmzeit“ über 300 Jahre, so dass Wein sogar auf der Schwäbischen Alb und in Südschweden angebaut werden konnte, zum anderen war lange Frieden. Die Bevölkerung konnte wachsen, da ausreichend Nahrung zur Verfügung stand.“ erzählt Hammer. Bis zum 16. Jahrhundert gab es allein in Marbach 200 Hektar Weinbau – heute haben alle Mitgliedskommunen der Weingärtnergenossenschaft Marbach und Umgebung zusammen 60 Hektar. Durch das milde Klima konnten auch spätreifende Sorten aus Südeuropa heimisch werden.


Eine „kleine Eiszeit“ folgte – diese und die Kriegswirren der folgenden Jahrhunderte sorgten für einen Rückzug des Weinbaus. Dazu war die Reblaus um 1850 von Amerika nach Europa eingewandert. Die europäischen Reben waren diesem Befall hilflos ausgeliefert. Die amerikanische Rebe war resistent, so dass bis heute auf amerikanische Rebwurzeln europäische Sorten aufgepropft werden – eine Methode, die den Weinbau am Anfang des 19. Jahrhunderts auch für Marbach überlebensfähig machte.


CDU Streifzug - Marbach und der Wein

„Weinbau war Handarbeit – der Pflug wurde bis noch vor 50 Jahren an Seilen durch die Reihen gezogen. Die Flurbereinigung 1972 brachte große Vorteile auch für den Weinbau.“ Die Weinberge wurden „maschinengerecht“ angelegt. Die Steillagen mit ihren typischen Mauern sind weiterhin reine Handarbeit. Friedrich Hammer: „Die Arbeit in den Steillagen steht nicht im Verhältnis zum Ertrag. Lösungen müssen angestrebt werden, um auch in Zukunft Wengerter zu finden, die diese landschaftsprägenden Weinberge pflegen, erhalten und bearbeiten.“ Der Blick der Teilnehmer des CDU Streifzuges geht über die Steillagen – diese Landschaft ist einzigartig.

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Markus Breitenbücher

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